Die Sicht jüdischer Minderheiten auf Zionismus und Nahostkonflikt
Im Grunde ist Wahrheit nicht addierbar. Gerade in Glaubensfragen stoßen die Meinungen oft so hart aufeinander, dass sie sich nicht zu einer gemeinsamen Summe fügen lassen. Das zeigt sich besonders deutlich bei einer kleinen, aber beharrlichen Minderheit innerhalb des jüdischen Volkes. Während die große Mehrheit der Juden weltweit im Staat Israel eine notwendige Heimstatt nach den Schrecken des 20. Jahrhunderts sieht, geben diese Gruppen eine radikal andere Deutung. Sie verurteilen den Zionismus als religiöse Verfehlung oder als politische Ideologie, die dem göttlichen Willen widerspricht, und betrachten den Konflikt mit Arabern und Persern nicht als unvermeidlichen Kampf zwischen Juden und Muslimen, sondern als Folge einer menschlichen Anmaßung. Ihre Stimmen kommen aus Teheran ebenso wie aus den Straßen New Yorks, aus Jerusalemer Vierteln und aus progressiven Kreisen in den Vereinigten Staaten und Europa. Sie mahnen zur Besinnung auf die Torah als einzige Richtschnur oder auf jüdische Werte von Gerechtigkeit und Gleichheit.
Die Juden Irans und ihre Treue zum eigenen Land
In der Islamischen Republik Iran lebt eine der ältesten jüdischen Gemeinden der Welt. Ihre Wurzeln reichen mehr als zweieinhalbtausend Jahre zurück, bis in die Zeit des persischen Königs Kyros, der den Juden nach dem babylonischen Exil die Rückkehr erlaubte. Heute zählt die Gemeinde nach Schätzungen unabhängiger Beobachter nur noch zwischen achttausend und fünfzehntausend Menschen, vor allem in Teheran, mit kleineren Gruppen in Isfahan und Schiras.
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
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Der Artikel erschien am 30.04.2026
Die unsichtbare Hand
Wie Edward Bernays die Demokratie durch Propaganda ersetzte
Es ist eine stille Revolution, von der die meisten Menschen nichts ahnen. Sie begann nicht mit einem Schuss, sondern mit einem Gedanken, einem zutiefst pessimistischen Gedanken über die Natur des Menschen. Edward Louis Bernays, geboren 1891 in Wien und gestorben 1995 in Cambridge, Massachusetts, war überzeugt, dass die Massen dumm, triebhaft und führungsbedürftig sind. Seine Lebensaufgabe war es, eine wissenschaftliche Methode zu entwickeln, um diese Herde zu lenken.
Er nannte es die "Fabrikation der Zustimmung". Doch was wie ein Werkzeug für den Verkauf von Seife begann, entpuppte sich schnell als das schärfste Schwert gegen die offene Gesellschaft. Bernays, der Neffe von Sigmund Freud, erfand nicht nur die moderne Öffentlichkeitsarbeit, sondern lieferte auch die Blaupause für die dunkelsten Propagandamaschinen des 20. Jahrhunderts, von der Zigarettenwerbung bis hin zum Völkermord der Nazis [1][5]. Dieser Artikel enthüllt die Methoden des einflussreichsten Mannes, von dem Sie noch nie gehört haben, und zeigt, wie seine Techniken bis heute unsere Gedanken formen.
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Der Artikel erschien am 19.03.2026
Die ewigen Kinder der Republik
Die Deutschen von heute lachen über das Ernste, spielen mit den Problemen der Welt und fordern Belohnungen für jede Kleinigkeit. Sie sind zu ewigen Kindern geworden. Seit der Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949 hat sich die deutsche Gesellschaft in einem schleichenden Prozess verändert. Was zunächst als harmlose Begleiterscheinung des Wirtschaftswunders erschien verwandelte sich in eine systematische Umformung des öffentlichen Bewusstseins.
Heute prägt diese Entwicklung das Alltagsleben, die politische Debatte und den Umgang mit neuen Technologien. Die Rede ist von der Infantilisierung einer ganzen Gesellschaft. Sie reduziert Komplexität, verwandelt ernste Themen in Unterhaltung und ersetzt erwachsene Verantwortung durch kindlichen Narzissmus. Das Ergebnis ist eine Bevölkerung, die zunehmend unfähig wird zur mündigen demokratischen Teilhabe und die damit den Boden bereitet für manipulative Eliten, welche mit kultartigen Glaubenssystemen eine neufeudale Ordnung errichten.[1]
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Der Beobachter aus Tel Aviv
Yoav Shamirs unerschrockene Erkundungen israelischer Wirklichkeit
Der Mann, der mit der Kamera durch die Kontrollposten des Westjordanlands fuhr und später das heiligste Tabu des Weltjudentums berührte, wirkt auf den ersten Blick nicht wie ein Unruhestifter. Yoav Shamir, Jahrgang 1970, in Tel Aviv als Sohn zweier Volksschullehrer geboren und selbst neunte Generation dieser Stadt, hat das freundliche, leicht zerstreute Auftreten des Intellektuellen, der lieber beobachtet als urteilt. [1] [2] Seine Filme aber haben ihm Feinde eingetragen, wo immer man die Dinge eindeutig sehen will.
Die einen nennen ihn einen Verharmloser des Antisemitismus, die anderen einen Nestbeschmutzer, und nach seinem Film "Checkpoint" über den Alltag an den israelischen Militärsperren verglichen amerikanische Journalisten ihn gar mit Mel Gibson, dem durch judenfeindliche Ausfälle bekannt gewordenen Schauspieler. [2] [3] Shamir selbst nannte diesen Vergleich später "totalen Unsinn und eine sehr beleidigende Bezeichnung". [3] Es war der Moment, der seine Arbeitsweise vielleicht am besten charakterisiert: Statt sich zu verteidigen, begann er zu filmen. Heraus kam "Defamation", einer der umstrittensten Dokumentarfilme der letzten Jahre, eine Suche nach dem Wesen des Antisemitismus, die mehr Fragen aufwarf als beantwortete. [2] [3] [4]
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
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