Der Artikel erschien am 18.09.2026
Wenn die Maschine den Menschen nicht mehr braucht
Warum einige Fachleute in der künstlichen Intelligenz das Ende der Menschheit für möglich halten
Es gibt Warnungen, die man nicht ohne weiteres vergessen kann. Sie werden nicht von Science-Fiction-Autoren ausgesprochen, nicht von einsamen Weltuntergangspropheten und auch nicht von Gegnern des technischen Fortschritts. Sie kommen aus den Reihen jener Menschen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten, Unternehmen beraten oder die Entwicklung dieser Systeme selbst vorantreiben.
Einige von ihnen halten es für möglich, dass eine künstliche Intelligenz die gesamte menschliche Spezies vernichten könnte. Nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern innerhalb der kommenden zehn Jahre. Einer der genannten Fachleute schätzte die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses auf mehr als zehn Prozent.1
Das ist eine Behauptung von beträchtlichem Gewicht. Sie bedeutet nicht, dass einige Millionen Menschen in einem Krieg, einer Hungersnot oder einer Epidemie sterben könnten. Sie meint das Ende aller Menschen. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind. Den letzten Menschen, der den letzten Atemzug tut.
Der Gedanke ist so gewaltig, dass er leicht in den Bereich der religiösen Vorstellungen abgleitet. Man spricht von einer übermenschlichen Intelligenz, die sich selbst verbessert, eigene Ziele entwickelt und sich schließlich nicht mehr abschalten lässt. Doch sobald man nach den Einzelheiten fragt, wird die Angelegenheit unsicher. Wie soll ein Computerprogramm acht Milliarden Menschen töten? Wie gelangt es aus dem Rechner in die Fabrik, in das Labor, in die Energieversorgung oder in die militärischen Systeme?
Hier liegt der Kern der Auseinandersetzung. Die einen sagen, eine weit überlegene Intelligenz werde Mittel finden, an die heute niemand denke. Die anderen verlangen eine überprüfbare Kette von Ursachen und Wirkungen. Sie wollen wissen, was zuerst geschieht, welche technischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen und an welchem Punkt ein Eingreifen noch möglich ist.
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
- Kategorie: Information- und Kommunikationstechnologie
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Der Artikel erschien am 15.09.2026
Zwischen Rechenzentrum und Endgerät
Künstliche Intelligenz verlässt das Rechenzentrum. Nicht vollständig, aber zunehmend. Während in aller Welt neue Serverhallen entstehen, werden Smartphones, Laptops und andere Geräte mit eigenen Prozessoren für künstliche Intelligenz ausgestattet. Damit verschiebt sich die Frage, wo KI stattfindet: in entfernten Rechenzentren, auf dem persönlichen Gerät oder in einer Verbindung aus beidem.
Diese Entwicklung ist mehr als ein technischer Wechsel. Sie berührt den Stromverbrauch ganzer Regionen, den Schutz persönlicher Daten, die Macht großer Plattformunternehmen und die Frage, wie viel digitale Selbstbestimmung Bürger, Unternehmen und Staaten künftig noch besitzen. Europa versucht, mit dem Europäischen KI-Gesetz und Projekten wie Gaia X eigene Regeln und Infrastrukturen zu schaffen. Zugleich wächst die Abhängigkeit von Unternehmen, deren Rechenzentren, Chips und Betriebssysteme überwiegend außerhalb Europas entwickelt werden.
Die Zukunft der KI wird deshalb wahrscheinlich weder ausschließlich in riesigen Datenzentren noch ausschließlich auf dem eigenen Smartphone liegen. Sie wird aus mehreren Ebenen bestehen. Ein Teil der Aufgaben wird lokal erledigt, ein anderer Teil in zentralen Rechenzentren. Entscheidend wird sein, wer diese Aufteilung bestimmt, welche Daten dabei verarbeitet werden und welchen Preis die Gesellschaft
dafür bezahlt.
Die Rückkehr der Rechenleistung zum Nutzer
Die Geschichte der elektronischen Datenverarbeitung war lange eine Geschichte der Zentralisierung. Großrechner standen in abgeschlossenen Räumen. Die Nutzer arbeiteten an Terminals, die vor allem Eingaben entgegennahmen und Ergebnisse anzeigten. Später brachten Personal Computer einen Teil der Rechenleistung auf den Schreibtisch.
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
- Kategorie: Information- und Kommunikationstechnologie
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Vom Rechenzentrum zum Endgerät Lokale kI
Lokale KI im historischen und ökonomischen Kontext vom
Die gegenwärtige Verschiebung von KI Anwendungen aus zentralen Rechenzentren hin zu Geräten am Netzwerkrand markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Informatik und der Geschäftsmodelle globaler Cloud Anbieter8131617. Was über Jahrzehnte als unumstößliche Infrastrukturannahme galt nämlich dass anspruchsvolle KI ausschließlich in großen Rechenzentren betrieben werden müsse wird durch technische Fortschritte in der Chipentwicklung durch neue Architekturen kleiner Sprachmodelle und durch offene Ökosysteme sichtbar relativiert351418.
Aus der Perspektive eines IT Journalisten erinnert diese Entwicklung an frühere Technologiewenden etwa den Übergang von Großrechnern und Time Sharing Systemen zu Personal Computern nur dass es diesmal nicht um Textverarbeitung und Tabellenkalkulation geht sondern um generative Systeme die Sprache Bild und Kontext in Echtzeit verarbeiten und Entscheidungen vorbereiten2716. Der Trend zu Edge KI und On Device KI verschiebt nicht nur Datenströme und Latenzen sondern greift direkt die wirtschaftliche Grundlage der Hyperscaler an deren Umsatz mit Cloud Infrastrukturdiensten in den vergangenen Jahren in dreistellige Milliardenhöhen gewachsen ist8131819. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Entwicklung lokaler KI nicht als technischer Nebenaspekt verstehen sondern als potenzielle Disruption eines Marktes der bislang von wenigen globalen Akteuren dominiert wird.
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
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Die Kontrolleure kehren zurück
Brüssel erlaubt wieder das Scannen privater Nachrichten
Am Abend des 9. Juli fiel in Straßburg eine Entscheidung, die auf den ersten Blick wie ein Sieg der Kritiker aussah und sich am Ende doch als deren Niederlage erwies. Eine Mehrheit der Abgeordneten des Europäischen Parlaments stimmte gegen die Wiedereinsetzung jener Regelung, die es Internetkonzernen erlaubt, private Nachrichten ihrer Nutzer automatisiert nach Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu durchsuchen. Und doch gilt die Regelung nun bis zum Jahr 2028 weiter. Der Grund liegt in einer Verfahrensvorschrift, die im politischen Alltag selten eine solche Wirkung entfaltet wie in diesem Fall. [1]
Ein Auslaufen und seine Folgen
Seit 2021 dürfen große Kommunikationsdienste auf freiwilliger Basis Bilder und Videos in privaten Chats mit Datenbanken bekannten Missbrauchsmaterials abgleichen. Diese Ausnahme von der europäischen Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation war von Anfang an befristet und sollte eine Brücke bilden, bis ein dauerhaftes Gesetz gegen sexuelle Gewalt an Kindern im Internet beschlossen ist. Im März lehnte das Parlament eine weitere Verlängerung ab, sodass die Regelung Anfang April ausgelaufen war. Sicherheitsbehörden reagierten alarmiert. Das Bundeskriminalamt verwies darauf, dass allein 2024 mehr als eine Million Meldungen auf diesem Weg zustande gekommen seien. [2]
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
- Kategorie: Information- und Kommunikationstechnologie
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Das Verbot, das die Welt aufhorchen ließ
Claude 5 Exportkontrollen in den USA und der Weg zur Super-KI
Es war ein Donnerstagnachmittag im Juni 2026, als in den Büros des amerikanischen Unternehmens Anthropic eine Direktive eintraf, die die KI-Branche in ihren Grundfesten erschütterte. Das US-Handelsministerium ordnete an, zwei der leistungsfähigsten je entwickelten künstlichen Intelligenzen mit sofortiger Wirkung vom Netz zu nehmen. Claude Fable 5 und Claude Mythos 5, erst wenige Tage zuvor als Meilensteine der Technologiegeschichte gefeiert, wurden für alle Nutzer der Welt gesperrt. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass eine Regierung ein kommerzielles KI-Modell per Exportkontroll-Bescheid faktisch weltweit abgeschaltet hat. Was wie ein bürokratischer Akt klingt, ist in Wirklichkeit das Symptom eines tiefgreifenden Konflikts, der die Zukunft der Menschheit berührt. [1] [10] [12]
Ein Unternehmen mit einem ungewöhnlichen Auftrag
Um zu verstehen, was am 12. Juni 2026 geschah, muss man einige Jahre zurückgehen. Anthropic wurde 2021 von ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens OpenAI gegründet, darunter Dario und Daniela Amodei. Die Gründungsidee war so einfach wie kühn: Man wollte künstliche Intelligenz bauen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch sicher ist. Das Konzept der sogenannten Constitutional AI, einer Ausrichtung der Modelle entlang klar formulierter ethischer Grundsätze, bildete das Herzstück dieser Philosophie. [3]
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- Geschrieben von: Ulrich Brunhuber
- Kategorie: Information- und Kommunikationstechnologie
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