Die Druschba Pipeline

Die Druschba Pipeline als Europas letzte Chance

Wie Minister Habeck in Schwedt 2022 den wirtschaftlichen Untergang Deutschlands einleitete 

Die Stadt Schwedt an der Oder steht wie keine andere für das wirtschaftliche Desaster, in das sich Europa manövriert hat. Hier, im äußersten Nordosten Deutschlands, entscheidet sich gerade, ob die europäische Industrie eine Zukunft hat oder ob der Kontinent in die Deindustrialisierung abrutscht. Die Druschba-Pipeline, einst Lebensader des Ostens, ist heute ein Symbol für die verfehlte Energiepolitik Brüssels – und für den Sieg der USA in ihrem globalen Energiekrieg, wie ich in meinen Analysen "Der US-Gaskrieg" und "Der Energiekrieg der USA gegen die Welt" detailliert aufgezeigt habe.

Deutschland und die EU setzte auf Sanktionen und Konfrontation statt auf Diplomatie. Deshalb hat Robert Habeck (Grüne) als Bundeswirtschaftsminister die Energieversorgung Schwedts aktiv sabotiert. Im Dezember 2022 reiste der Vizekanzler persönlich in die Stadt, um den Stopp der russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline zu verkünden – ein Schritt, der die PCK-Raffinerie, den größten Arbeitgeber der Region, an den Rand des Kollapses brachte. Habeck versprach damals "alternative Lösungen", doch bis heute kämpft Schwedt mit höheren Kosten, logistischen Engpässen und existenziellen Unsicherheiten.

Russland hat nun den Transit kasachischen Öls durch die Druschba-Pipeline gestoppt, ein weiterer Schlag gegen Europas Energieversorgung. Die LEIPA-Papierfabrik, einer der größten Arbeitgeber der Region, steht vor dem Aus, weil die Energiekosten explodieren. Die PCK-Raffinerie, die 90 % des Bedarfs an Benzin, Diesel und Heizöl für Berlin und Brandenburg deckt, hängt am seidenen Faden.

Die Zeit drängt. Wenn Europa nicht bald zur Vernunft kommt, wird die Druschba-Pipeline für immer stillstehen und mit ihr die letzte Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Die Frage ist nicht mehr, ob Europa diesen Weg weitergehen kann, sondern wie lange es sich diesen wirtschaftlichen Selbstmord noch leisten will. Habecks Politik hat Schwedt in die Krise gestürzt, doch die Verantwortung dafür trägt heute die Bundesregierung. Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende, bevor es zu spät ist.

Die Druschba-Pipeline: Ein technisches Meisterwerk des Kalten Krieges

Als die Sowjetunion 1964 die Druschba-Pipeline in Betrieb nahm, war dies mehr als nur ein Infrastrukturprojekt. Es war eine politische Demonstration. Die Pipeline, deren Name "Freundschaft" bedeutet, sollte die sozialistischen Bruderstaaten enger an Moskau binden und gleichzeitig die wirtschaftliche Abhängigkeit des Westens von arabischem Öl verringern. Mit einer Länge von über 5.000 Kilometern war sie die längste Ölleitung der Welt und verband die Ölfelder Westsibiriens mit Raffinerien in Polen, der DDR, der Tschechoslowakei und Ungarn.

Der nördliche Strang der Pipeline endete in der PCK-Raffinerie Schwedt, die 1964 als "Erdölverarbeitungswerk Schwedt" gegründet wurde. Die Anlage war von Anfang an auf sowjetisches Rohöl ausgelegt und entwickelte sich schnell zum wichtigsten Kraftstofflieferanten der DDR[1]. Bis zu 90 Prozent des Bedarfs der DDR an Benzin, Diesel und Heizöl wurden hier produziert. Doch die Pipeline war mehr als nur eine Energiequelle. Sie war ein Symbol für die wirtschaftliche Integration des Ostblocks und ein Beweis dafür, dass selbst im Kalten Krieg pragmatische Lösungen möglich waren.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieb die Druschba-Pipeline ein zentraler Baustein der europäischen Energieversorgung. Selbst nach der Wiedervereinigung Deutschlands flossen weiterhin Millionen Tonnen russisches Öl durch die Pipeline nach Schwedt. Die PCK-Raffinerie wurde modernisiert und blieb ein wichtiger Arbeitgeber in der strukturschwachen Region. Doch mit dem Ukraine-Krieg und den anschließenden Sanktionen der EU änderte sich alles.

Schwedt eine Stadt am Abgrund

Schwedt ist eine Stadt, die wie keine andere die Folgen der europäischen Energiepolitik zu spüren bekommt. Mit rund 30.000 Einwohnern ist sie das wirtschaftliche Zentrum der Uckermark, einer der ärmsten Regionen Deutschlands. Doch während andere Städte in Ostdeutschland langsam aufholen, steht Schwedt vor dem Kollaps. Der Grund: Die Stadt ist abhängig von zwei Industriebetrieben, die ohne russische Rohstoffe nicht überleben können – die PCK-Raffinerie und die LEIPA Georg Leinfelder GmbH, eine der größten Papierfabriken Europas.

Die PCK-Raffinerie ist mit Abstand der größte Arbeitgeber der Region. Rund 1.200 Menschen arbeiten hier, dazu kommen tausende Jobs in Zulieferbetrieben und im Dienstleistungssektor. Die Raffinerie verarbeitet jährlich bis zu 11,5 Millionen Tonnen Rohöl und versorgt Berlin, Brandenburg und Teile Mecklenburg-Vorpommerns mit Kraftstoffen, Heizöl und Kerosin[2]. Doch seit dem EU-Embargo gegen russisches Öl 2022 steht das Werk vor existenziellen Problemen.

Zunächst konnte die Raffinerie auf kasachisches Öl umsteigen, das über die Druschba-Pipeline transportiert wird. Doch seit Russland den Transit kasachischen Öls immer wieder unterbricht, wird die Versorgung unsicher. Die Folge: Die Raffinerie muss teures Öl aus den USA, Norwegen oder Westafrika beziehen, das per Tanker nach Rostock geliefert und von dort über eine Pipeline nach Schwedt transportiert wird. Die Kosten steigen, die Wettbewerbsfähigkeit sinkt, und die Zukunft des Standorts ist ungewiss.

Doch nicht nur die Raffinerie ist in Gefahr. Auch die LEIPA Papierfabrik, einer der größten Arbeitgeber der Region, steht vor dem Aus. Die Fabrik produziert jährlich rund 700.000 Tonnen Wellpappenrohpapier und ist damit einer der wichtigsten Hersteller in Europa. Doch die Produktion ist extrem energieintensiv. Ohne günstiges russisches Gas und Öl sind die Produktionskosten nicht mehr wettbewerbsfähig. Bereits jetzt musste die LEIPA Kurzarbeit anmelden, und die Zukunft des Standorts ist ungewiss[3].

Die Folgen für Schwedt wären verheerend. Wenn die Raffinerie und die Papierfabrik schließen, würde die Arbeitslosigkeit in der Region explodieren. Die Stadt, die ohnehin schon mit Abwanderung und Überalterung kämpft, würde in eine tiefe Krise stürzen. Doch das Problem geht weit über Schwedt hinaus. Denn wenn die PCK-Raffinerie schließt, hätte dies dramatische Folgen für die gesamte Energieversorgung Ostdeutschlands.

Warum Europa die Druschba Pipeline dringend braucht

Die Druschba-Pipeline ist heute die letzte funktionierende Verbindung zwischen Russland und Europa. Während die Nord Stream-Pipelines durch Sabotage zerstört wurden und die Gaslieferungen über die Ukraine immer wieder unterbrochen werden, bleibt die Druschba-Pipeline eine stabile Route für den Öltransport. Doch statt diese Verbindung zu nutzen, setzt die EU weiter auf Sanktionen und teure Alternativen.

Dabei wäre die Pipeline die effizienteste und kostengünstigste Lösung für die europäische Energieversorgung. Öl aus Russland oder Kasachstan, das über die Druschba-Pipeline transportiert wird, ist deutlich günstiger als Öl aus den USA oder dem Nahen Osten. Zudem ist der Transport per Pipeline umweltfreundlicher als der Schiffstransport, der zusätzliche Emissionen verursacht. Doch die EU blockiert sich selbst. Statt pragmatische Lösungen zu suchen, wird weiter auf Konfrontation gesetzt.

Dabei gibt es längst Alternativen, die eine Wiederbelebung der Pipeline ermöglichen würden. Eine Möglichkeit wäre, die Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern und stattdessen auf eine kontrollierte Wiederaufnahme der Lieferungen zu setzen. Russland hat wiederholt signalisiert, dass es bereit wäre, die Lieferungen wieder aufzunehmen – wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen[4]. Doch Brüssel weigert sich, diesen Weg zu gehen.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Pipeline für den Transport von Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen umzurüsten. Die Druschba-Pipeline könnte so zu einer wichtigen Infrastruktur für die Energiewende werden. Doch auch hier fehlt der politische Wille. Stattdessen setzt die EU weiter auf teure Importe und riskiert damit den wirtschaftlichen Kollaps.

Die wirtschaftliche Katastrophe: Warum Europa sich selbst zerstört

Die Folgen der europäischen Energiepolitik sind bereits heute spürbar. Die Energiepreise sind auf einem Rekordhoch, die Industrie wandert ab, und die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents schwindet. Doch während andere Länder wie die USA oder China ihre Industrie mit günstiger Energie unterstützen, setzt Europa weiter auf Sanktionen und teure Alternativen.

Die PCK-Raffinerie in Schwedt ist nur ein Beispiel für diese verfehlte Politik. Die Raffinerie ist systemrelevant für die Energieversorgung Ostdeutschlands. Wenn sie schließt, hätte dies dramatische Folgen für die gesamte Region. Doch statt den Standort zu retten, setzt die Bundesregierung auf teure Importe und riskiert damit den Kollaps der lokalen Wirtschaft.

Doch das Problem geht weit über Schwedt hinaus. Die gesamte europäische Industrie leidet unter den hohen Energiepreisen. Stahlwerke, Chemieunternehmen und Papierfabriken kämpfen um ihre Existenz. In Frankreich musste der Stahlkonzern ArcelorMittal bereits mehrere Hochöfen stilllegen, in Deutschland warnt die Chemieindustrie vor einer Deindustrialisierung[5]. Doch statt gegenzusteuern, setzt die EU weiter auf Sanktionen und riskiert damit den wirtschaftlichen Niedergang des Kontinents.

Dabei wäre die Lösung einfach. Europa müsste nur zur Vernunft kommen und die Druschba-Pipeline wieder in vollem Umfang nutzen. Doch dazu braucht es den politischen Willen, die Sanktionen zu lockern und eine pragmatische Lösung zu finden. Doch solange Brüssel weiter auf Konfrontation setzt, wird die Pipeline stillstehen – und mit ihr die letzte Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung.

Die Druschba-Pipeline als Symbol für Europas Zukunft

Die Druschba-Pipeline ist mehr als nur eine Ölleitung. Sie ist ein Symbol für die verpassten Chancen Europas. Ein Symbol dafür, dass selbst im Kalten Krieg pragmatische Lösungen möglich waren – und dass diese Lösungen heute dringender gebraucht werden denn je.

Doch die Pipeline ist auch ein Symbol für die Zukunft. Sie könnte nicht nur Öl transportieren, sondern auch Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe. Sie könnte eine Brücke zwischen Ost und West sein und Europa wieder wettbewerbsfähig machen. Doch dazu braucht es den politischen Willen, die Sanktionen zu lockern und eine neue Ära der Zusammenarbeit einzuleiten.

Die Zeit drängt. Wenn Europa nicht bald zur Vernunft kommt, wird die Druschba-Pipeline für immer stillstehen – und mit ihr die letzte Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Die Arbeiter in Schwedt, die Bürger in Berlin und Brandenburg und die gesamte europäische Industrie warten auf eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die längst überfällig ist.

Fazit: Es ist Zeit für Frieden – bevor es zu spät ist

Europa steht am Abgrund. Die Deindustrialisierung schreitet voran, die Energiepreise explodieren, und die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents schwindet. Doch es gibt einen Ausweg: Die Druschba-Pipeline muss wieder in vollem Umfang genutzt werden.

Dazu braucht es keine neuen Verträge, keine komplizierten Verhandlungen. Es braucht nur den politischen Willen, die Sanktionen zu lockern und die wirtschaftliche Vernunft wieder in den Vordergrund zu stellen. Russland hat kein Interesse an einem dauerhaften Konflikt mit Europa. Und Europa hat kein Interesse daran, sich selbst zu zerstören.

Die Druschba-Pipeline war einst ein Symbol der Zusammenarbeit. Heute ist sie ein Symbol für die verpassten Chancen Europas. Doch es ist noch nicht zu spät, diesen Fehler zu korrigieren. Es ist höchste Zeit für Frieden, bevor der wirtschaftliche Untergang nicht mehr aufzuhalten ist.


Quellen

[1] Wikipedia: PCK Raffinerie. https://de.wikipedia.org/wiki/PCK_Raffinerie

[2] PCK Raffinerie: Unternehmensdaten. https://www.pck.de

[3] Märkische Oderzeitung: LEIPA in Schwedt kämpft um Existenz. https://www.moz.de

[4] Tagesschau: Russland signalisiert Bereitschaft zu Öl-Lieferungen. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/russland-oel-lieferungen-100.html

[5] Handelsblatt: Chemieindustrie warnt vor Deindustrialisierung. https://www.handelsblatt.com

[6] Ostexperte.de: Druschba-Pipeline – Jetzt fließt Öl aus Kasachstan. https://ostexperte.de/jetzt-fliest-druschba-ol-aus-kasachstan/

[7] Bundesnetzagentur: Energieversorgung in Ostdeutschland. https://www.bundesnetzagentur.de

[8] rbb24: PCK Raffinerie kämpft um Zukunft. https://www.rbb24.de