Der ausgeklügelte Kreislauf des Profits

Der Artikel erschien am 17.04.2026

Der ausgeklügelte Kreislauf des Profits

Wie die Impfstoffverträge eine schwer nachweisbare Bereicherung der politischen Klasse ermöglichen

Die Nachrichten aus Bern klangen zunächst wie ein Sieg der Transparenz. Das Bundesverwaltungsgericht der Schweiz zwang das Bundesamt für Gesundheit, die jahrelang unter Verschluss gehaltenen Beschaffungsverträge für die Covid-19 Impfstoffe mit den Herstellern Moderna und Novavax vollständig offenzulegen. Was die wenigen, die das dichte Paket an juristischen Fachtermini zu lesen vermochten, dort fanden, bestätigte die schlimmsten Befürfungen eines aufmerksamen Beobachters der Vorgänge seit 2020.

Doch der wahre Skandal, so zeigt eine vertiefte Recherche, liegt nicht nur in den Klauseln der Verträge selbst. Er liegt in einem raffinierten, nahezu unsichtbaren Mechanismus, der es politischen Entscheidern auf höchster Ebene ermöglichte, sich an der größten Gesundheitskrise der letzten hundert Jahre persönlich zu bereichern – und zwar auf eine Weise, die vor Gerichten kaum nachweisbar ist und sich durch eine undurchdringliche Mauer des Schweigens vor jeglicher strafrechtlicher Verfolgung schützt.

Ein Freibrief für die Industrie, eine Last für den Steuerzahler

Die nun offengelegten Dokumente lesen sich wie ein Lehrbuchbeispiel der Risikoexternalisierung. Die Schweiz, vertreten durch ihre Beamten, sicherte sich frühzeitig Zugang zu den lebensrettenden Vakzinen. Der Preis dafür war hoch. Die Verträge mit Moderna belegen, dass der Bund blind 31 Millionen Impfdosen für 32 US Dollar pro Dosis orderte, was eine fast eine Milliarde Dollar schwere Rechnung ergab. Doch das finanzielle Volumen ist nicht der springende Punkt. Vielmehr ist es die vertraglich verankerte Umkehrung der üblichen Produkthaftung, die das wahre Ausmaß der staatlichen Kapitulation vor der Pharmaindustrie offenbart.

Die Klauseln sind vernichtend. Der Hersteller Moderna haftet «unter keinen Umständen» («under no circumstances») für Schäden, die dem Käufer oder Dritten durch die nicht ausreichend getesteten Produkte entstehen. Nationalrat und Rechtsanwalt Rémy Wyssmann, der die Offenlegung der Verträge mit erkämpft hat, spricht gegenüber der Weltwoche von der "krassesten Haftungsfreizeichnung", die er als Anwalt und Politiker je gesehen habe. Der Staat, das heißt der Steuerzahler, übernimmt das volle Risiko für die Produkte, während die Hersteller die Gewinne einstreichen. Es ist ein System, das die Bürger zu zahlenden Versuchskaninchen degradiert, ohne ihnen die rechtlichen Mittel zu geben, im Schadensfall Genugtuung zu fordern. Diese Vertragslogik unter Bedingungen der Krise schuf eine beispiellose Asymmetrie zwischen Staat und Industrie.

Unsichtbare Korruption oder wie Insiderwissen zu Geld wird

Doch die Analyse wäre unvollständig, wenn sie an der Frage der Haftung und der Verteilung der finanziellen Lasten enden würde. Denn parallel zu diesen Vorgängen, in denselben Monaten, in denen die Beamten in Bern die milliardenschweren Verträge aushandelten, öffnete sich an den Finanzmärkten ein Fenster von atemberaubender Dimension. Es ist das Fenster des Insiderhandels.

Bereits im März 2021, mitten im "pandemischen" Geschehen, berichtete das Finanzportal "Inside Paradeplatz" unter Berufung auf eine Quelle aus der Finanzbranche, dass höchste Kreise in der Berner Administration über UBS-Konten Aktien von Impfstofffirmen erworben hätten. Die Quelle schilderte ein präzises Muster: Die Beamten kauften die Aktien jeweils wenige Tage, bevor die Schweizer Regierung ihre Impf-Weichen stellte und entsprechende Verträge öffentlich wurden. Das Wissen um die Beschaffungsentscheidungen, die den Aktienkurs eines Unternehmens wie Moderna in die Höhe schnellen ließen, war das Insiderwissen, das diese Männer und Frauen zu einer Zeit nutzten, als der Rest der Bevölkerung noch bang auf Nachrichten wartete.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma bestätigte später, dass sie die Gerüchte ernst nimmt und Ermittlungen aufgenommen habe. Ein Finma-Sprecher teilte mit, man sei mit diversen Akteuren im Austausch. Die Börsenaufsicht ist jedoch nur für Unternehmen zuständig, die an einer Schweizer Börse gelistet sind. Moderna, Pfizer und andere waren es nicht. Die Täter, so vermutet man, wussten genau, wie sie sich im rechtsfreien Raum bewegen konnten. Wahrscheinlich funktionierte es so wie in der Geschichte "Die fiktive Geschichte der Parlamentarier mit der guten Idee""Die fiktive Geschichte der Parlamentarier mit der guten Idee" erzählt.

Die Mauer des Schweigens als System des Schutzes

Was damals als ein Wirbel von Gerüchten begann, ist nie zu einem strafrechtlichen Donnerschlag geworden. Die Namen der betroffenen Top-Beamten wurden nie bekannt gegeben. Die Finma-Ermittlungen verliefen im Sande, ohne dass ein Skandal das Establishment erschütterte. Es entsteht das Bild einer unsichtbaren, aber hochwirksamen Abschirmung. Der Mechanismus, der hier am Werk ist, ist ein fein abgestimmtes System der gegenseitigen Absicherung. Der Staat schützt die Hersteller durch vertragliche Haftungsfreistellungen. Die Hersteller, so lässt sich vermuten, schützen ihrerseits die Entscheider, die ihnen diese Freistellungen gewährten, indem sie die undurchsichtigen Aktiengeschäfte nicht öffentlich thematisieren.

Dieser Kreislauf des Profits, der von den Entscheidern in Bern initiiert wurde, ist so konzipiert, dass er von der Justiz kaum durchdrungen werden kann. Die Kausalitätsprüfung für einen Impfschaden ist für den einzelnen Bürger ein unüberwindbarer Berg. Der Nachweis eines Insiderhandels scheitert am fehlenden Zugang zu den Kontodaten der Beschuldigten, die sich hinter Schweizer Bankgeheimnissen und komplizierten Firmenkonstrukten verstecken. Der Fall des Landgerichts Aurich in Deutschland, der in einem vorangegangenen Artikel geschildert wurde, ist ein Paradebeispiel für diese Ohnmacht der Betroffenen vor einer Mauer aus geschwärzten Verträgen und prozessualer Verzögerungstaktik. In der Schweiz wie in Deutschland und anderen Ländern. Das Muster ist dasselbe, es schein weltweit orchestriert, von Leuten, die die globalen Medienplattformen, Massenmedien und Finanzen kontrollieren.

Der Skandal der Nicht-Ermittlung

Es ist nicht die einzelne, kriminelle Tat eines korrupten Beamten, die diesen Skandal ausmacht. Es ist das System, das solche Taten erst ermöglicht, sie durch Intransparenz schützt und sie dann durch jahrelange Untätigkeit der Justizbehörden faktisch legalisiert. Die politische Klasse hat während der Pandemie nicht nur die Macht des Staates genutzt, um die Wirtschaft zu retten. Sie hat, so legen es die Indizien nahe, auch die Macht des Insiderwissens genutzt, um die eigenen Taschen zu füllen. Die Offenlegung der Impfstoffverträge durch das Schweizer BAG ist daher kein Schlusspunkt, sondern ein erster, kleiner Riss in einer Mauer, hinter der sich einer der größten Wirtschaftsskandale unserer Zeit verbirgt. Ein Skandal, der beweist, dass die wahre Pandemie vielleicht nicht das Virus, sondern die Gier derer war, die das System zu ihrem Vorteil zu manipulieren wussten.

Die Debatte um die Streichung des Artikels 70 im Epidemiengesetz der Schweiz, die genau diese Haftungsfreizeichnung erlaubte, ist längst überfällig. Noch drängender ist jedoch die Frage nach der strafrechtlichen Verantwortung der Chefbeamten und Politiker. Die Einführung eines Straftatbestands der Steuergeldverschwendung, wie von Wyssmann gefordert, wäre ein erster Schritt. Die wahre Revolution aber wäre eine Justiz, die den Mut hat, den verschlungenen Pfaden des Geldes zu folgen, selbst wenn diese in die höchsten Kreise der Macht führen. Oder öffentlich rechtliche Medien, die Institutionen wie die Corona Enquette Komisson nicht ignorieren, diffamieren oder totschweigen.

Quellen

[1] Bundesamt für Gesundheit Schweiz, Beschaffungsverträge Covid-19-Impfstoffe, https://www.bag.admin.ch/de/beschaffungsvertraege-covid-19-impfstoffe

[2] Bundesverwaltungsgericht Schweiz, Medienmitteilung zum Urteil A-488/2024, A-514/2024, A-619/2024, Covid-19-Impfstoffverträge sind offenzulegen, https://www.bvger.ch/de/newsroom/medienmitteilungen/covid-19-impfstoffvertraege-sind-offenzulegen-2903

[3] NZZ, Der Bund muss die Verträge für die Covid-19-Impfstoffe offenlegen, https://www.nzz.ch/schweiz/der-bund-muss-die-vertraege-fuer-die-covid-19-impfstoffe-offenlegen-ld.1925266

[4] Weltwoche, Skandalöse Impfverträge offengelegt: Milliarden für Produkte mit unbekannter Wirkung, https://weltwoche.ch/daily/skandaloese-impfvertraege-offengelegt-milliarden-fuer-produkte-mit-unbekannter-wirkung-und-die-haftung-liegt-erst-noch-beim-steuerzahler-wird-steuergeldverschwendung-jetzt-strafbar/

[5] 20 Minuten, Haben Bundesangestellte mit Impf-Aktien spekuliert?, https://www.20min.ch/story/haben-bundesangestellte-mit-impf-aktien-spekuliert-861518591740

[6] 20 Minuten, Finma untersucht Insiderhandel-Gerüchte rund um Corona-Impfstoff-Aktien, https://www.20min.ch/story/finma-schaut-sich-moeglichen-insider-handel-mit-impf-aktien-an-182046084299

[7] Brunhuber.com, Die Mauer des Schweigens, https://www.brunhuber.com/korruption/mauer-des-schweigens

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