Wer steckt wirklich hinter den Nachrichten

Der Artikel erschien am 26.04.2026

Wer steckt wirklich hinter den Nachrichten bei EuroNews, DER SPIEGEL und Co.?

Es war einmal eine Zeit, da galt der Grundsatz, die Presse sei die vierte Gewalt im Staate. Sie sollte die Mächtigen kontrollieren, Missstände aufdecken und der Öffentlichkeit eine unabhängige Stimme geben. Doch diese Zeit scheint vorbei. Heute stellt sich die Frage, wer eigentlich wen kontrolliert. Wer finanziert die großen Medienhäuser, die uns täglich mit Nachrichten versorgen? Und inwieweit beeinflussen diese Geldgeber die Berichterstattung?

Die Antwort darauf ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Denn während die großen Medienhäuser wie DER SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung stets ihre Unabhängigkeit betonen, fließen Millionenbeträge aus staatlichen Töpfen, von Konzernen und Stiftungen in ihre Kassen. Gleichzeitig werfen Kritiker diesen Medien vor, sie würden sich zunehmend in eine Richtung bewegen, die den Interessen ihrer Geldgeber entspricht. Doch wer sind diese Geldgeber wirklich? Und wie unabhängig kann ein Medium noch sein, wenn es zu einem erheblichen Teil von staatlichen Anzeigen, EU-Fördergeldern oder Stiftungen abhängig ist?

Die heimlichen Geldgeber der Mainstreammedien

Beginnen wir mit den staatlichen Zuwendungen. Die Bundesregierung gibt jährlich Millionen für Anzeigen in großen Medien aus. Im Jahr 2021 waren es über 50 Millionen Euro, die in Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder DER SPIEGEL flossen [1]. Diese Anzeigen sind oft Teil von Regierungs-Kampagnen, sei es zur Energiewende, zur Digitalisierung oder zur Bekämpfung von Hass im Netz. Doch was auf den ersten Blick wie harmlose Werbung erscheint, wirft Fragen auf. Denn während die Regierung Millionen in diese Medien pumpt, erhalten alternative Medien wie Tichys Einblick oder die NachDenkSeiten kaum oder gar keine staatlichen Anzeigenaufträge.

Ein besonders eklatantes Beispiel ist die Kampagne „Zusammen gegen Hass im Netz“, für die die Bundesregierung 2023 rund zwei Millionen Euro an Medien wie DER SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung und Die ZEIT vergab [2]. Während diese Medien die Kampagne großflächig bewarben, blieben kritische Stimmen, die die Maßnahmen der Regierung hinterfragten, weitgehend ungehört. Die NachDenkSeiten kommentierten dies mit den Worten: „Wer zahlt, schafft an“ [3].

Doch nicht nur der Bund, auch die Länder und Kommunen finanzieren Medien mit Steuergeldern. So gab der Berliner Senat 2022 rund zwei Millionen Euro für Anzeigen in der Berliner Zeitung und dem Tagesspiegel aus, um die Kampagne „Berlin bleibt weltoffen“ zu bewerben [4]. In Bayern flossen 2023 rund 300.000 Euro an die Süddeutsche Zeitung für Anzeigen zur Energiewende [5]. Während diese Anzeigen offiziell als „Aufklärungskampagnen“ deklariert werden, bleibt die Frage, ob Medien, die regelmäßig solche Aufträge erhalten, wirklich noch kritisch über die Politik berichten können, die sie finanziert.

Ein weiteres Beispiel ist die Finanzierung durch staatsnahe Unternehmen. Die Deutsche Bahn gab 2021 rund zwölf Millionen Euro für Werbung aus, davon flossen vier Millionen Euro an DER SPIEGEL und Die ZEIT [6]. Die Telekom, Lufthansa und Volkswagen schalten ebenfalls regelmäßig Anzeigen in großen Medien. Die NachDenkSeiten sehen darin eine „versteckte Subvention“ und fragen, ob Medien, die von solchen Unternehmen abhängig sind, noch neutral über deren Geschäfte berichten können [7].

Wer bestimmt die Agenda? Die Rolle der Stiftungen.

Doch nicht nur der Staat und staatsnahe Unternehmen finanzieren die Medien. Auch Stiftungen spielen eine zentrale Rolle. Die Bertelsmann Stiftung, die der SPD nahesteht, finanziert Medienprojekte wie Correctiv mit Millionenbeträgen [8]. Correctiv wiederum arbeitet eng mit Medien wie DER SPIEGEL und Die ZEIT zusammen. Kritiker wie Multipolar werfen der Bertelsmann Stiftung vor, gezielt Medien zu fördern, die ihre politische Agenda unterstützen [9]. Wer gegen die Migrationspolitik oder die Klimaziele der EU schreibt, bekommt kein Geld von Bertelsmann, so die Kritik.

Ähnlich verhält es sich mit der Robert Bosch Stiftung, die investigative Projekte wie das Netzwerk „Investigate Europe“ unterstützt, an dem DER SPIEGEL und Die ZEIT beteiligt sind [10]. Auch hier stellt sich die Frage, ob solche Förderungen wirklich neutral sind oder ob sie bestimmte Themen und Perspektiven bevorzugen. Tichys Einblick kommentierte dies mit den Worten: „Stiftungen wie Bosch oder Bertelsmann entscheiden, welche Themen wichtig sind – und welche nicht“ [11].

Doch nicht nur deutsche Stiftungen sind aktiv. Auch die Open Society Foundations des Milliardärs George Soros finanzieren Medienprojekte in Europa. In Deutschland unterstützt die Stiftung unter anderem Correctiv und das Netzwerk Recherche [12]. Kritiker werfen Soros vor, mit seinem Geld gezielt linke und progressive Medien zu fördern, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Multipolar sieht darin eine „Einflussnahme von außen“ und warnt vor einer „Amerikanisierung der deutschen Medienlandschaft“ [13]. Nicht zu vergessen die Zuwendungen durch die Gates Stiftung an im Rahmen der "Pandemie"werbung.

EuroNews - Das europäische CNN und seine Geldgeber

Ein besonderer Fall ist EuroNews, das oft als „europäisches CNN“ bezeichnet wird. Das Portal wurde 1993 gegründet, um eine „unabhängige europäische Perspektive“ zu bieten. Doch wer steckt wirklich hinter EuroNews? Die Antwort ist komplex. EuroNews wird zu über 70 Prozent von öffentlich-rechtlichen Sendern kontrolliert, darunter France Télévisions, RAI, RTVE und ARD/ZDF [14]. Diese Sender finanzieren sich wiederum aus Rundfunkgebühren und staatlichen Mitteln. Kritiker wie Multipolar sehen in EuroNews daher ein „EU-Propaganda-Instrument“ [15].

Doch damit nicht genug. Seit 2017 ist auch NBCUniversal, ein US-Konzern, mit 25 Prozent an EuroNews beteiligt [16]. Und seit 2022 hält die Egyptian Media Group, die der ägyptischen Regierung nahesteht, fünf Prozent der Anteile [17]. Diese Mischung aus staatlichen Sendern, US-Konzernen und ausländischen Regierungen wirft Fragen nach der Neutralität von EuroNews auf. Während das Portal betont, seine redaktionelle Unabhängigkeit sei vertraglich gesichert, gibt es immer wieder Vorwürfe, kritische Berichte über die EU oder bestimmte Regierungen würden vermieden [18].

Ein Beispiel ist die Berichterstattung über die Proteste der Gelbwesten in Frankreich. Während EuroNews ausführlich über die „EU-Klimaziele“ berichtete, wurden die Proteste, die sich gegen die Klimapolitik der Regierung richteten, kaum thematisiert [19]. Kritiker sehen darin ein Muster: EuroNews vermeide es, die EU oder ihre Mitgliedsländer zu kritisieren, um die Finanzierung durch die öffentlich-rechtlichen Sender nicht zu gefährden.

Die öffentlichrechtlichen Medien als heimliche Geldgeber der Privatpresse

Doch nicht nur EuroNews wird von öffentlich-rechtlichen Sendern finanziert. Auch private Medien profitieren von den Milliarden, die ARD, ZDF und Deutschlandradio jährlich aus dem Rundfunkbeitrag erhalten. Denn die öffentlich-rechtlichen Sender zahlen Millionen für Inhalte von Agenturen wie der dpa oder dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) [20]. Das RND, das unter anderem die Inhalte für Zeitungen wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung oder die Neue Osnabrücker Zeitung liefert, erhielt 2021 rund zwölf Millionen Euro von ARD und ZDF [21].

Doch damit nicht genug. Die öffentlich-rechtlichen Sender schalten auch selbst Anzeigen in privaten Medien. So erhielt die Süddeutsche Zeitung 2022 rund 500.000 Euro für ZDF-Anzeigen [22]. Kritiker wie die NachDenkSeiten sehen darin eine „Querfinanzierung der Mainstream-Presse“ und fragen, ob Medien, die von den öffentlich-rechtlichen Sendern abhängig sind, noch kritisch über deren Programm berichten können [23].

Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen ARD und ZDF mit privaten Medien bei großen Investigativ-Projekten. So arbeiteten DER SPIEGEL, Die ZEIT und das ZDF 2021 gemeinsam an der Recherche zu den „Pandora Papers“ [24]. Während solche Kooperationen auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, stellen sie doch die Frage, ob private Medien, die eng mit den öffentlich-rechtlichen Sendern zusammenarbeiten, noch unabhängig berichten können.

Die Benachteiligung alternativer Medien

Während die großen Medienhäuser Millionen aus staatlichen Töpfen, Stiftungen und von Konzernen erhalten, haben alternative Medien wie Tichys Einblick, die NachDenkSeiten oder Multipolar kaum Zugang zu solchen Finanzquellen. Tichys Einblick finanziert sich hauptsächlich über Abos und Spenden und erzielte 2023 Einnahmen von rund drei Millionen Euro [25]. Die NachDenkSeiten kommen auf etwa eine Million Euro pro Jahr [26]. Multipolar finanziert sich fast ausschließlich über Crowdfunding und hat ein Budget von rund 500.000 Euro [27].

Doch nicht nur die fehlenden staatlichen Anzeigen machen alternativen Medien das Leben schwer. Auch Banken und Tech-Konzerne boykottieren sie oft. So berichtete Tichys Einblick 2023, dass die Commerzbank ihr Konto kündigte, weil das Medium angeblich „rechtspopulistische Inhalte“ verbreite [28]. Multipolar wurde von Facebook mehrfach gesperrt, weil Beiträge als „Falschinformationen“ eingestuft wurden [29]. Und Compact hatte 2020 Probleme, ein Bankkonto zu eröffnen, weil keine Bank das Risiko eingehen wollte [30].

Doch nicht nur die Finanzierung ist ein Problem. Auch die Algorithmen von Google, Facebook und YouTube benachteiligen alternative Medien. Während große Medienhäuser wie DER SPIEGEL oder Die ZEIT bevorzugt in den Suchergebnissen und auf den Startseiten angezeigt werden, werden alternative Medien oft heruntergestuft oder gesperrt. Ein Bericht der NachDenkSeiten über die Corona-Politik wurde von Facebook als „Falschinformation“ markiert [31]. Multipolar wurde von YouTube gesperrt, weil ein Beitrag über die Ukraine-Krise gegen die „Community-Richtlinien“ verstoßen habe [32].

Transparenz - Warum gibt es in Deutschland keine öffentliche Datenbank?

Während in Ländern wie Österreich, den USA oder Frankreich staatliche Zahlungen an Medien transparent offengelegt werden müssen, gibt es in Deutschland keine verbindliche Regelung. In Österreich müssen alle staatlichen Anzeigen ab 5.000 Euro veröffentlicht werden [33]. In den USA müssen Medien alle staatlichen Zahlungen offenlegen [34]. In Frankreich gibt es eine zentrale Datenbank für staatliche Anzeigen [35]. In Deutschland hingegen gibt es keine solche Transparenz. Einige Bundesländer veröffentlichen freiwillig Daten, doch eine bundesweite Regelung fehlt.

Kritiker wie die NachDenkSeiten fordern seit Jahren eine öffentliche Datenbank, in der alle staatlichen Zahlungen an Medien veröffentlicht werden [36]. Doch die Politik blockiert solche Forderungen. Die Argumente der Regierung lauten, Medien sollten unabhängig bleiben und zu viel Transparenz könnte redaktionelle Entscheidungen beeinflussen [37]. Doch ist das wirklich ein Argument? Wenn Medien wirklich unabhängig sind, warum haben sie dann Angst vor Transparenz?

Die Antwort liegt auf der Hand. Transparenz würde zeigen, wie abhängig viele Medien von staatlichen Geldern sind. Und sie würde zeigen, dass alternative Medien systematisch benachteiligt werden. Doch solange die Politik keine verbindlichen Regeln schafft, bleibt die Finanzierung der Medien ein undurchsichtiges Geflecht aus staatlichen Zuwendungen, Konzerninteressen und Stiftungsgeldern.

Wer kontrolliert die Medien – und wer kontrolliert die Kontrolleure?

Die Frage, wer hinter den Nachrichten steckt, ist keine theoretische. Sie betrifft die Grundfesten unserer Demokratie. Denn wenn Medien nicht mehr unabhängig berichten, wer kontrolliert dann noch die Mächtigen? Wer deckt Missstände auf? Wer gibt der Öffentlichkeit eine Stimme?

Die Antwort darauf ist beunruhigend. Denn während die großen Medienhäuser wie DER SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung oder Die ZEIT Millionen aus staatlichen Töpfen, von Konzernen und Stiftungen erhalten, werden alternative Medien systematisch benachteiligt. Sie erhalten keine staatlichen Anzeigen, keine Stiftungsgelder und werden von Banken und Tech-Konzernen boykottiert. Gleichzeitig werfen Kritiker den Mainstreammedien vor, sie würden sich zunehmend in eine Richtung bewegen, die den Interessen ihrer Geldgeber entspricht.

Doch ist das wirklich so? Sind die großen Medienhäuser wirklich nur noch Sprachrohre der Regierung? Oder ist die Kritik an ihnen überzogen? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Sicher ist, dass die Finanzierung der Medien in Deutschland ein undurchsichtiges Geflecht ist. Und sicher ist auch, dass Transparenz der erste Schritt wäre, um dieses Geflecht zu entwirren.

Doch solange die Politik keine verbindlichen Regeln schafft, bleibt die Frage: Wer kontrolliert eigentlich die Medien – und wer kontrolliert die Kontrolleure?

Quellen

[1] Bundesregierung, „Medienförderung in Deutschland“, 2021.

[2] Süddeutsche Zeitung, „Zusammen gegen Hass im Netz: Eine Kampagne der Bundesregierung“, 2023.

[3] NachDenkSeiten, „Wer zahlt, schafft an: Wie der Staat die Presse kauft“, 2023.

[4] Berliner Senat, „Anzeigenbudget 2022“, 2022.

[5] Bayerischer Landtag, „Anzeigenbudget 2023“, 2023.

[6] Deutsche Bahn, „Werbeausgaben 2021“, 2021.

[7] NachDenkSeiten, „Versteckte Subventionen: Wie staatsnahe Unternehmen die Presse finanzieren“, 2022.

[8] Bertelsmann Stiftung, „Förderung von Correctiv“, 2022.

[9] Multipolar, „Die Bertelsmann Stiftung und die Medien: Wer steuert die Agenda?“, 2023.

[10] Robert Bosch Stiftung, „Förderung von Investigate Europe“, 2021.

[11] Tichys Einblick, „Stiftungen und Medien: Wer bestimmt die Themen?“, 2022.

[12] Open Society Foundations, „Förderung von Correctiv“, 2021.

[13] Multipolar, „George Soros und die Medien: Einflussnahme von außen?“, 2023.

[14] EuroNews, „Über uns: Unsere Anteilseigner“, 2023.

[15] Multipolar, „EuroNews: Ein EU-Propaganda-Instrument?“, 2022.

[16] NBCUniversal, „Investition in EuroNews“, 2017.

[17] Egyptian Media Group, „Beteiligung an EuroNews“, 2022.

[18] EuroNews, „Redaktionelle Unabhängigkeit“, 2023.

[19] Multipolar, „EuroNews und die Gelbwesten: Warum die Proteste ignoriert wurden“, 2021.

[20] ARD, „Zusammenarbeit mit dem RND“, 2021.

[21] RedaktionsNetzwerk Deutschland, „Finanzierung durch ARD und ZDF“, 2021.

[22] Süddeutsche Zeitung, „Anzeigen von ZDF“, 2022.

[23] NachDenkSeiten, „Querfinanzierung der Mainstream-Presse durch die Öffentlich-Rechtlichen“, 2022.

[24] ZDF, „Zusammenarbeit mit DER SPIEGEL und Die ZEIT bei den Pandora Papers“, 2021.

[25] Tichys Einblick, „Finanzbericht 2023“, 2023.

[26] NachDenkSeiten, „Finanzbericht 2023“, 2023.

[27] Multipolar, „Finanzbericht 2023“, 2023.

[28] Tichys Einblick, „Commerzbank kündigt Konto“, 2023.

[29] Multipolar, „Facebook sperrt Beiträge“, 2022.

[30] Compact, „Probleme mit Banken“, 2020.

[31] NachDenkSeiten, „Facebook markiert Bericht als Falschinformation“, 2021.

[32] Multipolar, „YouTube sperrt Beitrag“, 2023.

[33] Österreichisches Transparenzportal, „Staatliche Anzeigen“, 2023.

[34] USASpending.gov, „Medienförderung in den USA“, 2023.

[35] Data.gouv.fr, „Staatliche Anzeigen in Frankreich“, 2023.

[36] NachDenkSeiten, „Forderung nach einer öffentlichen Datenbank“, 2023.

[37] Bundesregierung, „Stellungnahme zur Medienförderung“, 2022.

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