Impressionistische Szene im Stil von Monet zeigt eine düstere Küstenlandschaft bei Abendlicht mit rauer See und Silhouetten von Schiffen und Rauchschwaden am Horizont die den Krieg in Ukraine und Iran sowie die Spannungen um Tanker und Energiewege symbolisieren.

Kriegsbericht vom 8. Juli bis 17. August 2026

Dieser Bericht zeichnet in konzentrierter Form die militärische und politische Lage in der Ukraine und im Iran zwischen dem 8. Juli und dem 17. August 2026 nach. Im Mittelpunkt steht einerseits die Entwicklung an den Fronten und in den Städten der Ukraine sowie die zunehmende Vermischung von klassischem Landkrieg mit einem weitreichenden Luft- und Drohnenkrieg. Andererseits wird der Krieg um Iran mit seiner besonderen Bedeutung für die Straße von Hormus und für die weltweite Energieversorgung betrachtet. Zugleich werden Perspektiven aus Medien und offiziellen Stellungnahmen in Russland, China, Indien, Pakistan, Lateinamerika und der arabischen Welt einbezogen, um jenes Bild zu skizzieren, das außerhalb der Europäischen Union in Umlauf ist und dort teils deutlich von der gängigen westlichen Darstellung abweicht. Vor diesem Hintergrund wird auch die Frage einer möglichen Kapitulation der Ukraine als bewusster politischer Schritt aufgegriffen, wie sie in Kommentaren etwa auf der Seite brunhuber.com unter dem Titel "Kapitulation als Akt der Vernunft" erörtert wird.

Die militärische Lage in der Ukraine im Sommer 2026

Zwischen Anfang Juli und Mitte August 2026 blieb die Frontlage in der Ukraine weitgehend statisch. Russische Streitkräfte setzten ihre seit dem Frühjahr laufende Offensive mit Angriffen in verschiedenen Abschnitten fort, wobei sich die tatsächlichen Geländegewinne als gering erwiesen. Besonders im Osten des Landes im Raum Kupjansk, entlang der Front bei Sumy, Orikhiv und Huljaipole, kam es zu wiederholten Vorstößen russischer Verbände, die jedoch nach übereinstimmenden Berichten überwiegend mit hohen Verlusten endeten, ohne dass ein operativer Durchbruch erzielt werden konnte.

Die ukrainische Armee verteidigte ihre Stellungen und nutzte die Gelegenheit zu begrenzten Gegenangriffen. Sie blieb aber ebenfalls weit entfernt von einer größeren Rückeroberung besetzter Gebiete. Der Krieg nahm damit die Form eines Abnutzungskampfes an, in dem täglich Menschen sterben, ohne dass sich die Linie der Front wesentlich verschiebt.

Besondere Aufmerksamkeit erregt weiterhin die Präsenz ukrainischer Truppen auf russischem Territorium im Raum Kursk und Belgorod. Bereits im Vorjahr hatten ukrainische Einheiten diese Grenze überschritten und seitdem einen schmalen, aber strategisch bedeutsamen Brückenkopf gehalten. Diese Präsenz zwingt Russland dazu dort viele eigene Kräfte zu binden, wodurch die Möglichkeiten Moskaus eingeschränkt werden, andere Frontabschnitte zu verstärken. Auch im betrachteten Zeitraum blieb diese Lage bestehen. Die ukrainischen Verbände auf russischem Gebiet sind zahlenmäßig begrenzt, doch ihre Wirkung liegt darin, dass sie die vermeintliche Sicherheit des russischen Hinterlandes in Frage stellen und die innenpolitische Legitimität der Moskauer Führung empfindlich treffen.

Noch entscheidender als einzelne Bewegung an der Bodenfront ist im Sommer 2026 die Entwicklung des Luft- und Drohnenkrieges. Russland führt in dichter Folge Angriffe mit Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und sogenannten Kamikazedrohnen gegen ukrainische Städte aus. Ziele sind Energieanlagen, Treibstofflager und militärische Infrastruktur, aber immer wieder treffen die Geschosse auch Wohngebiete und zivile Einrichtungen. Stromausfälle in mehreren Regionen der Ukraine belegen die Verwundbarkeit des Netzes gegenüber konzentrierten russischen Schlagsalven. Zugleich wird sichtbar, dass die ukrainischen Luftabwehrmittel, insbesondere im Bereich moderner Abfangsysteme, begrenzt sind, was die Führung in Kiew zwingt, Schwerpunkte zu setzen und besonders gefährdete Regionen zu priorisieren.

Die ukrainische Antwort erfolgt in wachsendem Maße über Drohnenangriffe tief im russischen Staatsgebiet. Raffinerien, Treibstofflager und petrochemische Anlagen in Städten wie Ufa und im Industriezentrum Nischnekamsk wurden im Juli und August mehrfach getroffen. Diese Angriffe liegen weit von der Front entfernt und zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich moderne Kriegführung von früheren Frontverläufen gelöst hat. Russland muss einen Teil seiner militärischen Kapazität und seiner inneren Sicherheitskräfte inzwischen nutzen, um die Energieinfrastruktur zu schützen und Schäden zu beheben. Für die russische Bevölkerung bedeuten diese Attacken Engpässe bei Treibstoffen und eine wachsende Verunsicherung, denn der Krieg wird nicht mehr nur über Fernsehbilder aus der Ukraine erlebt, sondern beginnt das eigene Alltagsleben zu durchdringen.

Politische Unterstützung für Selenskyj und Putin

Die Frage wie stark die jeweiligen Präsidenten in ihren Gesellschaften verankert sind, spielt für jede Betrachtung möglicher Wege zum Frieden eine zentrale Rolle. In der Ukraine stand Präsident Wolodymyr Selenskyj in den ersten Monaten nach Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 im Zentrum einer breiten patriotischen Welle. Damals lagen seine Zustimmungswerte bei über achtzig Prozent und machten ihn zu einem der populärsten Staatsführer weltweit. In den folgenden Jahren haben sich die Urteile der Bevölkerung differenziert. Neuere Erhebungen aus den Jahren 2025 und 2026 zeigen, dass etwa zwei Drittel der Ukrainer Selenskyj weiterhin unterstützen, wenngleich mit deutlich geringerem Enthusiasmus als zu Beginn des Krieges. Die Zustimmung ist über die Jahre von ihren Spitzenwerten zurückgegangen, hat sich aber zuletzt stabilisiert. Die militärische Führung, insbesondere die Streitkräfte, genießen dabei nach wie vor besonders hohes Vertrauen während die allgemeine Bewertung der staatlichen Leitung etwas kritischer ausfällt. Viele Ukrainer sehen die Belastungen des Krieges erkennen aber zugleich, dass es in ihren Augen keine ernsthafte innenpolitische Alternative gibt.

Trotz dieser ermüdenden Lage ist bemerkenswert, dass die Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung heute einen ausgehandelten Frieden einem Krieg bis zum Sieg vorzieht. Aktuelle Befragungen zeigen, dass nur etwa ein Viertel der Menschen dafür ist, den Kampf so lange fortzuführen, bis ein militärischer Sieg erreicht ist, während rund zwei Drittel betonen, man solle so schnell wie möglich Verhandlungen aufnehmen, um den Krieg zu beenden. Die Einschätzung, dass der Krieg in absehbarer Zeit dauerhaft endet, ist jedoch gering. Viele Ukrainer halten es für wahrscheinlich, dass die Kämpfe noch längere Zeit weitergehen. Zugleich ist die Enttäuschung über die amerikanische Rolle deutlich gewachsen. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung bewertet die gegenwärtige Führung der Vereinigten Staaten positiv, während eine große Mehrheit ihr misstraut. Dies erzeugt eine paradoxe Situation. Die Ukraine braucht für einen Friedensschluss aller Wahrscheinlichkeit nach amerikanische Vermittlung, doch das Vertrauen in diese Vermittler ist auf einem Tiefpunkt.

In Russland weist Präsident Wladimir Putin ebenfalls hohe Zustimmungswerte auf, auch wenn diese zuletzt spürbar gesunken sind. Staatliche Umfrageinstitute berichten von Werten um sechzig bis siebzig Prozent, sowohl bei der generellen Zustimmung zur Amtsführung als auch bei der Vertrauensfrage. Im Vergleich zu früheren Jahren liegt die Zustimmung damit noch immer deutlich über dem Niveau vieler westlicher Staatschefs. Allerdings verzeichnen die Erhebungen einen Rückgang gegenüber den Höchstständen des Jahres 2024. Damals erreichte Putin in einigen Umfragen fast fünfzig Prozent bei Vertrauenswerten und über siebzig Prozent bei der allgemeinen Zustimmung. Seitdem ist die Kurve nach unten gegangen. Als mögliche Gründe werden wirtschaftliche Belastungen durch die Sanktionen, die Gefallenen des Krieges und die wachsende Verunsicherung durch ukrainische Angriffe auf russisches Territorium genannt. Die Kursk-Operation Kiews im Sommer des Vorjahres wurde von unabhängigen Beobachtern als wichtiger Wendepunkt beschrieben, an dem Teile der russischen Bevölkerung erstmals das Gefühl bekamen, der Krieg sei nicht mehr weit weg, sondern auch im eigenen Land spürbar.

Gleichwohl bleibt Putins Stellung im politischen System stabil. Es gibt keine sichtbare organisierte Oppositionsbewegung, die ihm ernsthaft Konkurrenz machen könnte. Parlamentswahlen und Präsidentschaftswahlen werden unter Bedingungen geführt, die kritische Stimmen weitgehend ausschließen. Der Krieg wird in weiten Teilen der russischen Medienlandschaft als notwendige Verteidigungsaktion gegen einen bedrohlichen Westen dargestellt. Das Narrativ lautet häufig, Russland sei gezwungen gewesen, auf eine schleichende Einkreisung durch die Nato zu reagieren. Diese Darstellung trägt dazu bei, einen Teil der Bevölkerung, hinter der Führung zu sammeln obwohl die materiellen Belastungen spürbar sind. Die sinkenden Vertrauenswerte zeigen jedoch, dass die lange Dauer des Krieges und die zunehmenden Angriffe auf russische Infrastruktur nicht ohne Wirkung bleiben.

Diplomatische Bemühungen und alternative Friedensentwürfe

Während an den Fronten gekämpft wird, setzen verschiedene Staaten außerhalb Europas auf diplomatische Initiativen. Die Vereinigten Staaten haben bereits 2024 und 2025 mehrere Gesprächsrunden im Dreierformat USA Russland Ukraine organisiert, zuerst in Abu Dhabi später in Genf. Ziel war es, einen Fahrplan zu entwickeln, der zu einem dauerhaften Waffenstillstand und zu einem politischen Ausgleich führt. Diese Bemühungen blieben bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Während die ukrainische Seite auf vollständige Wiederherstellung der eigenen Grenzen besteht und dabei ausdrücklich auch die Krim einbezieht, hält die russische Führung an ihren Forderungen nach dauerhaften territorialen Veränderungen und einer Begrenzung westlicher Militärpräsenz in Osteuropa fest. Ein in den Medien diskutierter amerikanisch russischer Plan sah weitgehende ukrainische Konzessionen vor. Nach diesem Entwurf hätte Kiew Teile des noch gehaltenen Donbass räumen müssen und die eigene Armee deutlich verkleinert. Für viele Beobachter gleicht ein solches Konzept eher einer indirekten Kapitulation als einem ausgewogenen Friedensvertrag.

Parallel dazu wurden aus Brasilien und China alternative Friedensentwürfe vorgelegt. Der brasilianische Präsident Lula da Silva hat wiederholt versucht, eine Vermittlerrolle einzunehmen. Er betont, dass sein Land keine Waffen liefern wolle, sondern auf Gespräche setze. Brasilien strebt die Bildung einer Gruppe von Staaten an, die mit beiden Seiten redet und die Interessen des Globalen Südens in eine mögliche Lösung einbringt. China wiederum hat gemeinsam mit Brasilien einen Plan mit mehreren Grundsätzen präsentiert. Darin wird die Souveränität aller Staaten hervorgehoben, aber auch der Hinweis auf berechtigte Sicherheitsinteressen aller Beteiligten eingefügt, was de facto die russische Position teilweise aufgreift. Zugleich initiierten Peking und Brasilia eine lose Gruppe von Freunden des Friedens, die aus Staaten des Globalen Südens bestehen und den Krieg als Ausdruck einer tieferen Krise der westlichen Ordnung interpretieren.

In Pakistan zeigte sich ebenfalls eine eigene Nuance. Islamabad forderte öffentlich, einen sofortigen Waffenstillstand und betonte, dass die Ziele der Vereinten Nationen nur durch eine friedliche Einigung zu erreichen seien. Pakistan vermeidet klare Parteinahme und sieht sich als Fürsprecher eines Prozesses, der alle legitimen Sicherheitsinteressen berücksichtigt. In Indien dagegen bleibt die Haltung betont zurückhaltend. Neu Delhi verurteilt zwar die Verletzung der ukrainischen Souveränität, beteiligt sich aber nicht an Sanktionen gegen Russland und hält enge Energiekontakte mit Moskau. Diese Staaten, wie viele andere im Globalen Süden betrachten den Ukraine-Krieg weniger als moralische Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, sondern vielmehr als großmächtige Rivalität bei der sie eigene Interessen wahren wollen.

In Teilen der lateinamerikanischen und arabischen Öffentlichkeit wird deutlich darauf hingewiesen, dass der Westen bei anderen Kriegen, etwa im Irak oder in Syrien, nicht in ähnlicher Weise Empathie und Unterstützung gezeigt habe, wie jetzt gegenüber der Ukraine. Diese Erinnerung an frühere Konflikte erzeugt Skepsis gegenüber europäischen und amerikanischen Appellen. Manche Kommentatoren schildern die Ukraine als Bühne eines Stellvertreterkrieges und fragen, ob das Land nicht letztlich zum Opfer geopolitischer Rivalität wird. Aus dieser Perspektive erscheint die Frage einer möglichen Kapitulation oder eines radikalen Kompromisses nicht als moralisches Tabu, sondern als potenziell vernünftiger Schritt, um Leid zu begrenzen. Die in Europa dominierende Vorstellung eines unverzichtbaren Sieges wird so durch ein Bild ergänzt, das stärker auf die Rettung von Menschenleben und die Eindämmung globaler Spannungen fokussiert, sich aber nicht scheut, auch unbequeme Optionen wie einen geordneten Rückzug zu diskutieren.

Der Iran Krieg und die Bedeutung der Straße von Hormus

Parallel zur Ukraine hat sich seit Ende Februar 2026 ein eigenständiger Kriegsherd um Iran entwickelt. Ausgelöst durch den israelisch-amerikanischen Angriffskrieg mit intensiven Luftangriffen auf iranische Militär- und Energieanlagen, wuchs der Konflikt bald zu einem regionalen Krieg mit Beteiligung zahlreicher Verbündeter und Stellvertreter heran. Iran reagierte auf die Angriffe, indem es seinerseits Raketen und Drohnen gegen amerikanische Basen und Infrastruktur in Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten einsetzte. Die Folgen waren schwer beschädigte Anlagen hohe Verluste und eine massive Verunsicherung in der Region.

Herzstück der strategischen Auseinandersetzung ist die Straße von Hormus. Dieser schmale Seeweg verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist einer der wichtigsten Korridore für den Export von Öl und Gas weltweit. Iran begann bereits früh im Krieg, Handelsschiffe anzuhalten oder zu bedrohen und versuchte damit seine Kontrolle über diese Passage zu demonstrieren. Die Vereinigten Staaten antworteten mit der Blockade iranischer Häfen. Zeitweise wurden Verkehrswege geschlossen, was den weltweiten Energiemarkt erschütterte. Ein zwischenzeitlich vereinbarter Waffenstillstand zwischen Iran und den Vereinigten Staaten konnte die Lage nur für wenige Wochen entspannen. Anfang Juli griff Iran erneut mehrere Schiffe an und provozierte damit das Ende des Abkommens. Seither bleibt die Lage angespannt. Reedereien und Versicherer stehen vor der Frage, ob sie die Risiken weiterer Fahrten durch die Straße von Hormus tragen können. Viele suchen nach Umwegen, die jedoch höhere Kosten und längere Transportzeiten mit sich bringen.

Auch in diesem Krieg ist die Rolle des Globalen Südens und der nichtwestlichen Großmächte bedeutsam. China und Russland haben kein Interesse an einer dauerhaften Sperrung der Straße von Hormus, da sie selbst Energie aus der Region beziehen. Zugleich nutzen beide Staaten die Spannungen, um auf die Verwundbarkeit des westlich dominierten Wirtschaftssystems hinzuweisen. In chinesischen Kommentaren wird betont, der Konflikt offenbare die Gefahr einer einseitigen Sicherheitsarchitektur, die sich auf amerikanische Macht stütze. Stattdessen plädiert man für eine multipolare Ordnung, in der regionale Mächte wie Pakistan oder Oman eine größere Rolle spielen und in der auch Iran nicht als reiner Pariastaat behandelt wird, sondern als Akteur mit legitimen Interessen, dessen Sicherheit zu berücksichtigen sei.

Piraterievorwürfe und der Kampf um russische Tanker in der Ostsee

Eine zentrale wirtschaftliche Nebenfront des Ukraine-Krieges hat sich in den vergangenen Jahren auf die Seewege verschoben. Russland nutzt seit Einführung des westlichen Ölpreisdeckels und verschiedener Embargoregelungen eine große Anzahl von Tankern, die unter unbekannter oder wechselnder Flagge fahren. Diese oft älteren und schlecht versicherten Schiffe werden gemeinhin als Schattenflotte bezeichnet. Sie dienen dazu, russisches Öl außerhalb regulärer Versicherungs- und Kontrollmechanismen auf den Weltmarkt zu bringen. Schätzungen gehen inzwischen davon aus, dass ein beträchtlicher Teil der russischen Ölexporte über solche Schiffe abgewickelt wird.

Europäische Staaten, insbesondere Anrainer der Ostsee, haben begonnen gegen diese Praxis vorzugehen. In der Ostsee wurden mehrere Tanker mit möglichem Bezug zur Schattenflotte festgesetzt und inspiziert. Finnische Behörden legten ein Schiff mit hunderttausend Barrel Öl im Hafen wegen des Verdachts, dass es an der Beschädigung eines Unterwasserstromkabels beteiligt gewesen sein könnte, fest. Deutschland und andere Küstenstaaten verweigern russisch verbundenen Tankern zusehends die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer, wenn Versicherungsunterlagen und Flaggenregister nicht den internationalen Regeln entsprechen. Frankreich meldete den Zugang und die Kontrolle eines sanktionierten Tankers im Mittelmeer. Zugleich arbeitet die Europäische Union an schärferen rechtlichen Grundlagen, um den Zugang solcher Schiffe weiter zu beschränken.

In Moskau stößt dieses Vorgehen auf heftige Kritik. Präsident Putin bezeichnete die Festsetzung russischer oder russisch verbundener Tanker in europäischen Gewässern als Piraterie und als Bruch des internationalen Seerechts. Russische Staatsmedien zeichnen das Bild einer westlichen Blockadepolitik, die legitime russische Wirtschaftstätigkeit unter dem Vorwand von Sanktionen behindere. Aus dieser Sicht handelt es sich bei der Praxis der Beschlagnahme oder der erzwungenen Inspektionen von Tankern um unrechtmäßige Gewaltakte vergleichbar mit Überfällen auf hoher See. Der Hinweis, dass viele dieser Schiffe ohne gültige Versicherung oder klare Flagge fahren und damit selbst internationale Regeln verletzen, findet in russischer Darstellung wenig Beachtung. Die Lage verdeutlicht, wie stark der Wirtschaftskrieg inzwischen eigene Dynamiken entwickelt hat und wie schnell in dieser Sphäre Begriffe wie Piraterie oder Rechtsbruch im politischen Kampf verwendet werden.

Kapitulation als diskutierte Option und Ausblick

Vor dem Hintergrund eines festgefahrenen Frontverlaufs, einer hohen Zahl von Opfern und einer sichtbaren Kriegsmüdigkeit in der ukrainischen Gesellschaft, gewinnt eine Frage an Schärfe, die in vielen europäischen Debatten kaum offen gestellt wird. Könnte eine bewusste Kapitulation der Ukraine oder ein tiefgehender Kompromiss mit weitreichenden territorialen Verlusten ein Akt der Vernunft sein? Ein solcher Gedanke findet in Teilen der Medienlandschaft des Globalen Südens und in einzelnen europäischen Kommentaren Beachtung. Auch der Kommentar "Kapitulation als Akt der Vernunft" auf der Seite brunhuber.com greift diese Überlegung auf und stellt die provokante Frage, ob das Festhalten am militärischen Widerstand unter allen Umständen immer die verantwortungsvollere Option ist, oder ob es Situationen geben kann, in denen die Rettung von Menschenleben, die Suche nach einem neuen politischen Weg und die Anerkennung einer ungünstigen Realität schwerer wiegen als die Verteidigung jedes Quadratkilometers Staatsgebiet.

Gegen eine Kapitulation spricht aus ukrainischer Sicht vieles. Die Aufgabe mehrheitlich russischer Gebiete würde für die betroffene Ukrainer bedeuten, dauerhaft unter russischer Herrschaft leben zu müssen, und Rechte zu verlieren. Die Grundsätze des Völkerrechts die Unverletzlichkeit von Grenzen und das Verbot der gewaltsamen Annexion würden durch einen solchen Schritt faktisch untergraben. Eine Kapitulation könnte zudem andere Staaten ermutigen, mit militärischer Gewalt eigene territoriale Ansprüche zu verfolgen, in der Erwartung, dass kleinere oder schwächere Länder am Ende nachgeben. Auch die innenpolitische Tragfähigkeit einer solchen Entscheidung wäre fraglich. Viele Ukrainer haben durch den Krieg Familienangehörige verloren. Für sie wäre ein Verzicht auf die Rückkehr der mehrheitlich russisch besiedelten, besetzten Gebiete kaum akzeptabel. Es könnte zu schweren inneren Spannungen führen.

Auf der anderen Seite sind die realen Kräfteverhältnisse nicht zu ignorieren. Russland verfügt trotz wirtschaftlicher Belastungen und sinkender Zustimmung über erhebliche Ressourcen und ein weit größeres Bevölkerungsreservoir. Die Ukraine ist eine fragile Nation mit verfeindeten Bevölkerungsgruppen. Die Ukraine ist zum großen Teil auf fortgesetzte Unterstützung aus dem Westen angewiesen, deren Umfang und Dauer letztlich von politischen Entscheidungen in Washington, Berlin, Paris und anderen Hauptstädten abhängen. Sollte diese Unterstützung aus innenpolitischen Gründen in den kommenden Jahren schwächer werden, wäre die Position der Ukraine erheblich gefährdet. Ein rechtzeitig verhandelter Frieden mit schmerzhaften Zugeständnissen könnte in einem solchen Szenario als strategische Selbstrettung erscheinen, die wenigstens einen Teil der Staatlichkeit für die Mehrheitsbevölkerung bewahrt und eine komplette militärische Niederlage verhindert.

Der Weg aus diesem Dilemma ist noch nicht absehbar. Die Sommermonate 2026 zeigen, dass weder Russland noch die Ukraine bereit sind von ihren zentralen Zielen abzurücken. An den Fronten werden trotz begrenzter Fortschritte Menschen in den Tod geschickt. In Russland und der Ukraine halten die Präsidenten Selenskyj und Putin noch immer Mehrheiten hinter sich, wenn auch mit nachlassender Unterstützung. Die meisten internationalen Bemühungen fließen aktuell in begrenzte diplomatische Initiativen, die eher versuchen Schaden zu begrenzen, als eine umfassende Lösung zu entwickeln. Zugleich wächst im Irankrieg die Gefahr einer dauerhaften Destabilisierung der Energieversorgung. Die Straße von Hormus ist nach wie vor nicht unsicher. Der Schiffsverkehr steht unter dem Schatten eines Konfliktes, der jederzeit wieder eskalieren kann.

Gerade in dieser Lage ist es wichtig, die vielfältigen Stimmen außerhalb des westlichen Medienraums wahrzunehmen. Sie zeigen eine Welt, in der Krieg nicht nur als moralische Niederlage einer Seite verstanden wird, sondern als Ausdruck eines tieferen Strukturproblems der internationalen Ordnung. Der Blick aus Russland, China, Indien, Pakistan, Lateinamerika und der arabischen Welt erinnert daran, dass Konzepte wie Sieg, Niederlage und Kapitulation in unterschiedlichen politischen Kulturen anders bewertet werden. Wer einen Weg zu einem vernünftigen Frieden sucht, muss daher über die gewohnten Deutungsmuster hinausdenken und auch Optionen prüfen, die in der eigenen Öffentlichkeit zunächst provokant erscheinen. Nur wenn alle betroffenen Gesellschaften in ihrer jeweiligen Wirklichkeit ernst genommen werden, kann langfristig eine Lösung entstehen, die nicht nur Waffen zum Schweigen bringt, sondern auch das Vertrauen der Menschen zurückgewinnt. Die wahre Gewinnerin der aktuellen Situation ist die globale Finanzelite, die ihre Aktiendepots von Pharma auf Waffen umgeschichtet hat.

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