Kriegsgeschehen Nahost: Massive Angriffswellen auf Israel, Huthis eröffnen zweite Front – Die Lage am 29. März 2026
Vorbemerkung: Der folgende Bericht fasst die militärischen Entwicklungen des 29. März 2026 im Konflikt zwischen Israel, dem Iran und den regionalen Akteuren zusammen. Berücksichtigt wurden Darstellungen aus israelischen, iranischen, libanesischen, indischen, russischen und arabischen Medien. Die Lage ist extrem dynamisch, einzelne Angaben können im Tagesverlauf von späteren Meldungen abweichen.
1. Israel unter Dauerbeschuss: Luftabwehr an Belastungsgrenze
In der Nacht zum 29. März 2026 geriet der israelische Luftraum unter den bislang schwersten Beschuss seit Beginn des Krieges. Aus mehreren Richtungen – vom Iran, aus dem Libanon und erstmals auch aus dem Jemen – trafen Raketen und Drohnen israelisches Territorium. Nach Angaben israelischer Rettungsdienste wurden bei einem direkten Treffer in Tel Aviv mindestens eine Person getötet und mehrere verletzt . In Zentralisrael entstand durch einen Raketeneinschlag ein großer Krater; elf Menschen wurden verletzt .
Besorgniserregend aus israelischer Sicht sind Berichte über eine nachlassende Wirksamkeit der eigenen Luftabwehr. Die mehrwöchige Dauerbelastung durch ständige Raketen- und Drohnenangriffe hat offenbar zu Engpässen bei Abfangraketen geführt. Das israelische Gesundheitsministerium meldete insgesamt 5.689 Kriegsverletzte seit Konfliktbeginn, 142 allein in den letzten 24 Stunden . Ein Armeesprecher warnte laut israelischen Medien vor einer möglichen "Erschöpfung der Luftverteidigungsressourcen", sollte die Intensität der Angriffe anhalten.
2. Huthi-Milizen eröffnen zweite Front: Angriffe aus dem Jemen
Eine dramatische Eskalation stellte der Eintritt der jemenitischen Huthi-Rebellen in den offenen Krieg dar. Am 28. März führte die vom Iran unterstützte Gruppe ihre erste militärische Operation gegen Israel durch und feuerte nach eigenen Angaben ballistische Raketen auf "sensible militärische Ziele" im Süden Israels . Nur wenige Stunden später, am frühen Morgen des 29. März, kündigte die Gruppe eine "zweite Militäroperation" an – diesmal mit Marschflugkörpern und Drohnen gegen "lebenswichtige militärische Einrichtungen" in Süd-Palästina .
Der Huthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte, die Angriffe erfolgten in Koordination mit "mudschahidin Brüdern im Iran und der Hisbollah im Libanon" . Er drohte, die Operationen würden fortgesetzt, "bis die Aggression gegen alle Fronten des Widerstands aufhört" . Diese Öffnung einer dritten Front – neben dem Iran und dem Libanon – stellt die israelische Verteidigung vor beispiellose logistische Herausforderungen. Die Huthis verfügen über umfangreiche Erfahrung mit Drohnen- und Raketenangriffen, die sie zuvor gegen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate eingesetzt hatten.
3. Libanon-Front: Hisbollah attackiert tief in Israel, 53 Dörfer bombardiert
Die Kämpfe zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee erreichten eine neue Intensität. Nach Angaben der libanesischen Tageszeitung L'Orient Today bombardierte die israelische Luftwaffe 53 Dörfer im Südlibanon, während Drohnen 13 Ortschaften angriffen . Sechzehn Dörfer wurden Artilleriefeuer ausgesetzt, darunter auch mit Phosphormunition .
Die Hisbollah ihrerseits weitete ihre Angriffe tief in israelisches Gebiet aus. Sie gab an, 35 offensive Operationen durchgeführt zu haben, darunter 17 Raketenangriffe auf israelische Streitkräfte . Besonders bemerkenswert war der Beschuss der Chemer-Basis, eines Luftverteidigungs- und Raketenabwehrstützpunktes 75 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt . Auch die Regavim-Basis, 65 Kilometer von der Grenze gelegen, die Ausbildungslager für die Golani-Brigade beherbergt, wurde getroffen . In der Nacht zum 29. März griff die Hisbollah zudem die Beria-Basis nördlich von Safed sowie die Michwe Allon-Basis südwestlich von Safed an .
Die Opferzahlen im Libanon sind alarmierend: Das Gesundheitsministerium berichtete von mindestens 47 Getöteten und 112 Verletzten allein am 28. März . Seit Beginn der israelischen Offensive am 2. März wurden damit 1.189 Menschen im Libanon getötet und 3.427 verwundet . Unter den Toten sind neun Rettungskräfte, drei Journalisten und zwei libanesische Armeesoldaten .
4. Iranische Vergeltung: Angriffe auf US-Stützpunkte und Wirtschaftsziele in der Golfregion
Der Iran weitete seine Vergeltungsschläge auf die gesamte Golfregion aus. Besonders schwer traf es die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in Saudi-Arabien, die auch von US-Truppen genutzt wird. Bei dem Angriff am 28. März wurden nach übereinstimmenden Berichten von AP und Reuters zwölf US-Soldaten verletzt, zwei davon schwer . Zwei KC-135 Tankflugzeuge erlitten erhebliche Schäden .
Erstmals griff der Iran auch gezielt Wirtschaftsziele der Golfstaaten an. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gaben bekannt, Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei der weltweit größten Aluminiumhütten durchgeführt zu haben: die Aluminium Bahrain (Alba) und die Emirates Global Aluminium (EGA) in den Vereinigten Arabischen Emiraten . Die Alba-Hütte bestätigte zwei leicht verletzte Mitarbeiter und Sachschäden . Bereits Mitte März hatte die Hütte wegen Lieferunterbrechungen durch die Schließung der Straße von Hormus 19 Prozent ihrer Produktionskapazität stilllegen müssen .
Weitere Angriffe trafen den internationalen Flughafen von Kuwait, dessen Radar beschädigt wurde, sowie den strategisch wichtigen Hafen von Salalah im Oman . Die dänische Reederei Maersk setzte ihren Betrieb in Salalah vorübergehend aus . Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten erfolgreiche Abfangungen von Drohnen und Raketen, mussten aber nach einem Treffer in einer Industriezone in Abu Dhabi fünf verletzte indische Staatsangehörige verzeichnen .
5. Israelische Luftschläge gegen Iran: Neue Angriffe auf Teheran und Hafenstadt Bandar Khamir
Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf iranische Ziele unvermindert fort. In der Nacht zum 29. März erschütterten erneut Explosionen die iranische Hauptstadt Teheran. Ein AFP-Journalist berichtete von einer Reihe lauter Detonationen im Norden Teherans und von Rauch, der über dem Nordosten der Stadt aufstieg . Das israelische Militär erklärte, einen Industriekomplex in Teheran getroffen zu haben, der für die Entwicklung von Marinewaffen genutzt werde .
Besonders brisant ist ein Angriff auf die Hafenstadt Bandar Khamir nahe der strategischen Straße von Hormus. Die offizielle iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete, ein "krimineller Angriff der amerikanisch-zionistischen Feinde" auf eine Kaianlage habe fünf Menschen getötet und vier weitere verletzt . Die Nähe zur Straße von Hormus – durch die ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird – unterstreicht die strategische Bedeutung dieses Schlags.
Zudem wurde erneut das Gebiet um das Buschehr-Atomkraftwerk getroffen – der dritte solche Angriff innerhalb von zehn Tagen . Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte, dass der Iran sie über den Vorfall informiert habe; es habe keine Schäden am Reaktor und keine radioaktive Freisetzung gegeben .
6. Internationale Reaktionen: Russland verurteilt Angriffe auf Atomanlagen scharf
Die russische Regierung reagierte mit ungewöhnlicher Schärfe auf die israelisch-amerikanischen Angriffe nahe der iranischen Atomanlagen. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa forderte in einer Erklärung vom 28. März eine "eindeutige und starke Verurteilung" der Angriffe durch die gesamte internationale Gemeinschaft . Sie warf den Angreifern vor, "die Messlatte in ihrem Krieg im Nahen Osten immer höher zu legen" und dabei die Gefahr einer großflächigen radioaktiven Verseuchung zu ignorieren .
Die USA bekräftigten unterdessen ihr Ziel, den Krieg in den "nächsten Wochen" zu beenden. Außenminister Marco Rubio sagte, Washington erwarte, seine Kriegsziele zu erreichen und den Iran "geschwächt" zurückzulassen . US-Vizepräsident JD Vance deutete in einem Interview an, dass die USA sich "bald" aus dem Konflikt zurückziehen würden, Präsident Trump den Krieg aber "noch ein wenig länger" fortsetzen wolle, um die iranische Regierung nachhaltig zu schwächen .
Die indische Nachrichtenagentur ANI berichtete ausführlich über die Huthi-Angriffe und zitierte die militantengruppe mit deren eigenen Propagandaformeln . Die Times of India hob die Verletzung von zwölf US-Soldaten in Saudi-Arabien als einen der "schwerwiegendsten Durchbrüche der amerikanischen Luftverteidigung" seit Kriegsbeginn hervor .
7. Wirtschaftliche und humanitäre Folgen: Ölpreis steigt, humanitäre Krise verschärft sich
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges werden zunehmend spürbar. Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat die globalen Energiemärkte massiv verunsichert. Die Vereinten Nationen haben eine neue Einsatzgruppe eingerichtet, um die Versorgung mit Düngemitteln und Rohstoffen zu sichern und eine "massive humanitäre Krise" zu verhindern .
In Ägypten ordneten die Behörden eine Geschäftssperre um 21 Uhr an, um die Energiekosten zu senken, die sich aufgrund des Krieges mehr als verdoppelt haben . In Äthiopien bildeten sich stundenlange Schlangen an Tankstellen, da das Land seinen gesamten Treibstoff aus der Golfregion importiert . In Kenia sind nach Angaben von Handelsvertretern zwischen 6.000 und 8.000 Tonnen Tee im Wert von 24 Millionen Dollar in den Häfen gestrandet, weil die Schifffahrtsrouten durch das Rote Meer und die Straße von Hormus gestört sind .
Die humanitäre Lage im Libanon verschärft sich dramatisch. Mit fast 1.200 Toten und über 3.400 Verletzten seit Anfang März ist das Gesundheitssystem des Landes an seiner Belastungsgrenze angekommen . Die israelischen Angriffe treffen zunehmend zivile Einrichtungen und Rettungskräfte, was internationale Menschenrechtsorganisationen zu Kritik veranlasst.
8. Ausblick: Krieg droht sich weiter auszuweiten
Die Ereignisse des 29. März markieren eine dramatische Zuspitzung des Konflikts. Mit dem Eintritt der Huthi-Milizen in den Krieg hat sich eine dritte Front gegen Israel geöffnet. Die Hisbollah im Libanon und der Iran selbst koordinieren ihre Angriffe zunehmend, was die israelische Luftverteidigung an ihre Grenzen bringt. Die Angriffe auf Wirtschaftsziele in den Golfstaaten deuten darauf hin, dass der Iran eine Strategie der wirtschaftlichen Zermürbung verfolgt.
Die diplomatischen Bemühungen laufen unterdessen auf Hochtouren. US-Sondergesandter Steve Witkoff zeigte sich optimistisch, dass es bereits in der kommenden Woche zu Gesprächen mit dem Iran kommen könnte . Die Türkei kündigte Gespräche mit Pakistan, Saudi-Arabien und Ägypten an, die in Pakistan stattfinden könnten . Pakistan vermittelt bereits zwischen Washington und Teheran.
Dennoch scheint eine schnelle Deeskalation derzeit unwahrscheinlich. Die gegenseitigen militärischen Schläge halten unvermindert an, und beide Seiten haben ihre Bereitschaft zu weiterer Eskalation signalisiert. Die Welt blickt mit Sorge auf eine Region, die sich in einem immer gefährlicheren Strudel der Gewalt zu befinden scheint.
Quellen: AFP, Al Jazeera, ANI, Associated Press, The Hindu, IRNA, L'Orient Today, Reuters, TASS, The Times of India. Stand: 29. März 2026, 10:00 Uhr MEZ. Dieser Bericht erscheint auf https://www.brunhuber.com/aktuelle-kriegsberichte.